Projekt:
Geophysikalische Untersuchungen am „Bol'šoe Belskoe Gorodišče“
Lage:
Das große „Burgwallsystem von Bel’sk“ liegt auf einem markanten
Felsplateau zwischen zwei wichtigen Flüssen in der Waldsteppenzone, unweit der Kreisstadt
Kotelva, im ostukrainischen Verwaltungsbezirk Poltava.
Mächtige, bis 12 m hohe Wallanlagen mit einer Länge von über 33 km
umfassen eine Fläche
von ca. 4000 ha Innenraum. Drei größere Einzelfestungen
ragen als Vorburgen mit
15, 65 und 72 ha Fläche in die Landschaft.
Ziele:
Die seit 1993 laufenden Forschungsarbeiten des Ukrainisch-Deutschen Teams aus Kiev
und Hamburg werden durch naturwissenschaftlich-technische Untersuchungen begleitet.
Fernerkundung, Geophysik und moderne Vermessungstechniken sollen die Lage,
Ausdehnung und Struktur von Binnensiedlungen und der Nekropolen erfassen.
Arbeiten und Ergebnisse:
Burgwall
Kurgan 2
Durch geomagnetische Messungen wurde die Nekropole Marchenki und ein Ausschnitt der aktuellen
Grabung Carina Mogila untersucht. Neben einem bereits bekannten Kurgan 1 konnte dadurch ein
großer, nicht mehr als Erhebung an der Oberfläche sichtbarer Kurgan 2 entdeckt werden.
Kurgan 1
Im Magnetogramm werden der äußere Kreisgraben
mit ca. 42 m Durchmesser sowie der nach innen anschließender Aufschüttungswall sichtbar.
Die Gräber der großen Kurgane sind meist nicht mehr intakt. Diese Störungen gehen auf
Grabräuber und vor allem auf Salpeterkocher zurück, die im vorigen Jahrhundert die Rasensoden
der Kurgane zu Schießpulver verkocht haben.
Im Magnetogramm werden der Graben, die Aufschüttungswälle und die Lage der vermutlich
ausgeraubten Grabkammern sichtbar.
Partner:
National Academy of Sciences of Ukraine
Institute of Geophysics “Subbotin” (www.igph.kiev.ua/)